EU-Forschungsprojekt ZeroWin

Produktionsrückstände in den Stoffkreislauf zurückzuführen, ist aus ökologischen und ökonomischen Gründen gleichermaßen sinnvoll. Im Rahmen des von der Europäischen Union unterstützen Forschungsvorhabens „ZeroWIN - Towards Zero Waste in Industrial Networks“  (Bearbeitungszeitraum 2009 bis Sommer 2014) wurden Best-Practice Ansätze erarbeitet, mit denen Produktionsrückstände, die als industrielle Nebenprodukte im Rahmen der Kuppelproduktion anfallen, branchenübergreifend und unter optimalem Ressourceneinsatz wiederverwendet oder -verwertet werden können. Das Konsortium des internationalen Forschungsvorhabens setzte sich aus insgesamt 30 Projektpartnern aus Industrie und Wissenschaft zusammen; deren Tätigkeit erstreckte sich überwiegend auf folgende Branchen: Automobil-, Elektro-, Photovoltaik- und Bauindustrie.

Als einer von drei ausgewählten Projektpartnern aus der Baubranche sollte die bauserve GmbH Möglichkeiten aufzuzeigen, wie und in welchem Maße durch eine optimal ausgestaltete Planung und Ausführung der Ver- und Entsorgungslogistik auf Großbaustellen des Hochbaus

  • Abfälle bereits auf der Baustelle sortenrein getrennt und dem Stoffkreislauf zurückgeführt,
  • ökologische Potentiale zur Senkung von Energie- und Wasserbedarf sowie des Ausstoßes von CO2-Emissionen gehoben, sowie 
  • Logistikkosten gesenkt und die Ressourceneffizienz gesteigert werden können.

Die methodische Umsetzung zur Erreichung der gesteckten Ziele erfolgte in mehreren Schritten: Zunächst wurde untersucht, wie Bauherrn und am Bauprozess beteiligte Unternehmen heutzutage baulogistische Aufgaben ohne entsprechende Fachkenntnis wahrnehmen, planen und ausführen. Auf Basis der ermittelten Mängel wurden anschließend innovative Ansätze erarbeitet, um eine optimal geplante und eingerichtete Baulogistik zu erzielen. Hierbei lag der Fokus auf einer ressourceneffizienten Ausgestaltung der ver- und entsorgungsseitigen Baulogistikprozesse. 

Die praktische Umsetzung der aufgezeigten Ansätze erfolgte abschließend an zwei ausgewählten Großprojekten. Bei diesen Bauprojekten handelte es sich zum einen um die Sanierung eines Bürohochhauses (Projekt 1) und zum anderen um einen komplexen Neubau mit unterschiedlichen Nutzungsanforderungen (Projekt 2).

 

Zu den zukunftsweisenden Forschungsergebnissen gehören folgende Errungenschaften:

  • Frühzeitige Trennung des gesamten Bauabfalls auf der Baustelle in 19 unterschiedliche   Materialfraktionen in Projekt 1 und in 7 verschiedene Fraktionen in Projekt 2.
  • Hohe Recyclingquote: 78 % in Projekt 1 und 85 % in Projekt 2.
  • Verlagern des Entsorgungsweges von Bauabfällen: weg von einer möglichen   Deponierung (10.036 t), weg von einer energetischen Aufbereitung (2.0685 t) sowie weg   von einer Trennung der Abfälle durch eine Sortieranlage (4.093 t).
  • Einsparung von Treibhausgasemissionen: in Höhe von 1,5 Mio kgCO2equiv (-19 %) in   Projekt 1 und in Höhe von 0,18 Mio kgCO2equiv (-38 %) in Projekt 2.
  • Senkung des Wasserbedarfs: in Höhe von 3,0 Mio m³ (-14 %) in Projekt 1 und in Höhe     von 0,38 Mio m³ (-1.067 %) in Projekt 2.
  • Reduzierung der Baulogistikkosten: um 13,1 % in Projekt 1 und um 10,6 % in Projekt   2.
  • Steigerung der Ressourceneffizienz um bis zu 132 % im Bereich der Versorgungslogistik   und bis zu 68 % im Bereich der Entsorgungslogistik über beide Bauprojekte hinweg.

Teilergebnisse des Projektes wurden auszugsweise auf internationalen Konferenzen vorgestellt und in internationalen Fachzeitschriften publiziert. Die projektinternen Endberichte und Veröffentlichungen können bei Bedarf angefordert werden unter xxx.

Übersicht aller Projekte aus dem Bereich Forschung und Entwicklung